Mammotion Mähroboter in Home Assistant: Luba und Yuka smart automatisieren
Nicht offiziell im Core, aber eine der aktivsten Community-Integrationen. Was kann sie, wie richtet man sie ein – und wo hakt es noch?
Mammotion hat sich mit der Luba- und Yuka-Serie als eine der spannendsten Marken im Segment der kabellosen Mähroboter etabliert. Kein Begrenzungskabel, RTK-Navigation, Allradantrieb – und seit Kurzem eine Home-Assistant-Integration, die den Mäher aus dem App-Silo holt. Die Integration ist kein offizieller Core-Bestandteil von Home Assistant, aber sie ist aktiv gepflegt, funktional und bei der Community angekommen.
Was Mammotion ist
Mammotion baut Mähroboter ohne Begrenzungskabel. Die Navigation läuft satellitengestützt per RTK-GPS, ergänzt durch LiDAR und KI-Vision – je nach Modell in unterschiedlichen Kombinationen. Die aktuelle Modellgeneration 2026 umfasst die Luba 3 AWD Serie für große und anspruchsvolle Gärten, die Luba mini 2 AWD für kleinere Flächen bis 1.000 m² sowie die Yuka mini 2 als kompakte Variante für flachere Rasenflächen. Die Zahl hinter dem Modellnamen – 1500, 3000, 5000 – steht für die Quadratmeter, die der Roboter pro Tag bewältigen kann.
Der grundlegende Unterschied zwischen Luba* und Yuka*: Luba ist die Geländevariante mit Allradantrieb für Steigungen bis 80 %, Yuka ist für flachere, gepflegte Rasenflächen optimiert, bei denen Schnittqualität im Vordergrund steht.
Die Home-Assistant-Integration
Die Integration läuft über HACS als Custom Repository – sie ist nicht im Standard-HACS-Store enthalten und muss manuell eingebunden werden. Das bedeutet: HACS muss installiert sein, dann fügt man https://github.com/mikey0000/Mammotion-HA als Custom Repository hinzu, sucht nach „Mammotion", installiert und startet Home Assistant neu.
Die Integration ist Stand April 2026 aktiv in Entwicklung – das Wiki wurde zuletzt am 9. April 2026 aktualisiert. Der Entwickler bezeichnet den Stand selbst als „under heavy development" – was bedeutet: es funktioniert, aber gelegentliche Brüche bei Updates sind einkalkuliert.
Ein Pull Request für die Aufnahme in den offiziellen HA-Core existiert, ist aber bislang nicht gemergt. Die Integration bleibt vorerst HACS-only.
Was die Integration kann
Nach der Einrichtung erscheint der Mähroboter als natives lawn_mower-Gerät in Home Assistant. Verfügbar sind Sensoren für Akkustand, Betriebsstatus, GPS-Position, Satellitenanzahl, aktive Mähzone und Verbindungstyp (WLAN, BLE oder 4G). Steuerbefehle – Starten, Pausieren, Stoppen, zur Ladestation zurückschicken – sind als Actions verfügbar und können in Automationen genutzt werden, z.B. kann man den Roboter zurück zur Station schicken, wenn der Präsenzmelder für den Garten Aktivität meldet.
Besonders interessant ist der mammotion.start_mow-Befehl: Damit lässt sich ein Mähvorgang parametriert starten – mit Angabe von Geschwindigkeit, Fahrmodus, Schnitthöhe (bei Luba-Modellen), Hindernisempfindlichkeit und Zielzone. Wer mehrere Mähbereiche definiert hat, kann aus Home Assistant heraus gezielt einzelne Zonen beauftragen.
Für bestimmte Luba-Modelle ist auch ein Kamera-Stream direkt im Home-Assistant-Dashboard zugänglich – allerdings modell- und firmwareabhängig, das ist kein garantiertes Feature.
Der Zweit-Account-Trick – kein optionales Detail
Hier liegt der größte Stolperstein: Wer die Integration mit dem primären Mammotion-Account betreibt, wird aus der mobilen App ausgeloggt. Der Grund ist die Cloud-Architektur von Mammotion – jede neue Login-Session verdrängt die vorherige.
Die Lösung ist ein zweiter Mammotion-Account, der nur für Home Assistant genutzt wird. Im Hauptaccount teilt man den Mäher mit diesem zweiten Account, der dann in HA eingerichtet wird. Das Vorgehen: In der Mammotion-App einen neuen Account mit einer anderen E-Mail-Adresse anlegen, aus dem Hauptaccount heraus den Mäher mit dem neuen Account teilen, die Freigabe im neuen Account bestätigen – und nur diesen Account in Home Assistant verwenden.
Wer das überspringt, wundert sich, warum die App ständig neu einloggen will.
Was noch fehlt
In Home Assistant 2026.x gab es Berichte über Blocking-Call-Probleme in der Integration, die dazu führten, dass Telemetriedaten wie Akkustand oder GPS-Position nicht aktualisiert wurden. Das sind typische Wachstumsschmerzen einer aktiv entwickelten Community-Integration – Bugs werden gemeldet, in der Regel schnell bearbeitet.
Auch die Möglichkeit, Arbeitspläne (Sperrzeiten für Nacht oder Ruhezeiten) direkt aus Home Assistant heraus zu setzen, fehlt noch. Die Integration liest diese Daten zwar aus, schreibt sie aber nicht zurück – das bleibt vorerst der App vorbehalten.
Für wen lohnt sich das?
Wer einen Mammotion-Mähroboter hat und Home Assistant nutzt, sollte die Integration einrichten – der Aufwand ist überschaubar, der Nutzen real. Man bekommt deutlich mehr Möglichkeiten als mit der App allein.
Der Zweit-Account-Workaround ist lästig, aber einmalig. Danach läuft die Integration stabil genug für den Alltag – mit dem Hinweis, dass bei HACS-Updates gelegentlich Anpassungen nötig sein können.
Eine offizielle Core-Integration ist denkbar, aber noch offen. Bis dahin bleibt HACS der Weg.
Technische Details:
- Unterstützte Modelle: Luba 1/2/3*, Luba mini AWD*, Yuka*, Yuka mini* (alle Generationen)
- Verbindung: WLAN (Cloud/MQTT), Bluetooth BLE, 4G (je nach Modell)
- Installation: HACS Custom Repository (github.com/mikey0000/Mammotion-HA)
- Mindestanforderung: Home Assistant 2026.1.0
- Status: Community-Integration, aktiv entwickelt, kein offizieller Core-Bestandteil
- Zweiter Mammotion-Account für WLAN-Betrieb dringend empfohlen
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