WiiM landet offiziell in Home Assistant 2026.4
Nach monatelangem Warten ist die offizielle WiiM-Integration endlich da. Home Assistant 2026.4 bringt native Unterstützung für die Multiroom-Streamer – ohne Custom Components, ohne Umwege.
Mit Home Assistant 2026.4 hat WiiM den Sprung in die offizielle Integration geschafft. Der Pull Request wurde bereits im August 2025 eingereicht. Jetzt ist er live. Das bedeutet: Wer einen WiiM Mini, Pro, Pro Plus, Amp oder Ultra besitzt, kann ihn ab sofort ohne HACS-Custom-Components direkt in Home Assistant einbinden.
Die Integration läuft über Zeroconf. Auto-Discovery. Kein manuelles Herumsuchen nach IP-Adressen. Home Assistant findet die Geräte im Netzwerk, bietet die Einrichtung an, fertig. Die offizielle Doku listet die unterstützten Features auf: Playback-Steuerung, Lautstärke, Quellen-Auswahl, Sound-Modi, Shuffle, Repeat. Media Browsing funktioniert. Presets lassen sich abrufen.
Was die Integration kann
Die WiiM-Integration erstellt Media-Player-Entities mit vollem Funktionsumfang. Du steuerst Wiedergabe, springst zwischen Tracks, änderst die Lautstärke, wählst Eingänge. Alles, was du von einer nativen Integration erwartest. Über den Media Browser greifst du auf Presets, Playlists und die aktuelle Wiedergabe-Queue zu. Presets – also gespeicherte Sender oder Playlists – lassen sich direkt aus Home Assistant abrufen.
Die Integration nutzt dabei einen hybriden Ansatz: UPnP-Event-Subscriptions für Echtzeit-Updates, HTTP-Polling als Fallback. Das sorgt für schnelle Reaktionen und solide Stabilität. Die IoT-Klasse ist entsprechend als Local Push klassifiziert.
Multiroom-Audio läuft über Home Assistants native Gruppierungsfunktion. Du erstellst eine Gruppe aus mehreren WiiM-Geräten, Home Assistant synchronisiert die Wiedergabe. Das ist nicht ganz so elegant wie bei Sonos, funktioniert aber zuverlässig. Wer bisher Custom Components wie die wiim-Integration von mjcumming genutzt hat, kann umsteigen – die offizielle Version ist direkt in Home Assistant Core integriert und wird langfristig besser supportet.
LinkPlay-Kompatibilität: Mehr als nur WiiM
Die Integration beschränkt sich nicht auf WiiM-Hardware. Alle Geräte mit LinkPlay-Plattform werden unterstützt. Dazu gehören Arylic (Amp, Streamer), Audio Pro (inklusive Gen1-Modelle wie A26, C10, C5a), Dayton Audio und DOSS. Auch weniger bekannte Marken, die auf LinkPlay setzen, funktionieren. Die Integration erkennt sie automatisch, sofern sie im gleichen Netzwerk sind.
Das ist ein Vorteil gegenüber herstellerspezifischen Lösungen. Wer verschiedene LinkPlay-Geräte mischt, steuert sie über eine einzige Integration. Keine parallelen Custom Components. Kein Durcheinander bei Updates.
Was noch fehlt
Die Integration ist funktional, aber nicht vollständig. Custom Source Names werden nicht unterstützt. Die Quellennamen kommen direkt vom Gerät und lassen sich in Home Assistant nicht umbenennen. Das ist eine bewusste Entscheidung – andere große Integrationen wie Sonos, Denon oder Yamaha handhaben das genauso. Der Grund: Die Device-API erwartet spezifische Namen. Änderungen könnten die Funktionalität brechen.
Einige fortgeschrittene Funktionen nutzen Reverse-Engineered API-Endpoints. Das bedeutet: Sie funktionieren auf den meisten Firmware-Versionen, sind aber nicht offiziell dokumentiert. Sollte WiiM die API ändern, könnten diese Features brechen.
Multiroom ohne Cloud-Zwang
Der größte Vorteil der WiiM-Integration ist die lokale Steuerung. Kein Cloud-Account nötig. Kein Hersteller-Server, der ausfallen kann. Alles läuft im eigenen Netzwerk. Für viele Home Assistant Nutzer ist das der entscheidende Punkt. Sonos, Bose, Denon – alle setzen auf Cloud-Verbindungen oder proprietäre Apps. WiiM funktioniert komplett lokal.
Die Kompatibilität mit Music Assistant ist ein weiterer Pluspunkt. Music Assistant ist eine Multiroom-Audio-Lösung für Home Assistant, die verschiedene Plattformen vereint. Mit der offiziellen WiiM-Integration lassen sich WiiM-Geräte nahtlos in Music Assistant einbinden. Das eröffnet erweiterte Streaming-Optionen und bessere Synchronisation zwischen unterschiedlichen Hardware-Ökosystemen.
Preis-Leistung schlägt Sonos
WiiM-Geräte kosten einen Bruchteil von Sonos-Hardware. Ein WiiM Mini liegt in Europa bei etwa 80–100 Euro, der Pro bei rund 150–180 Euro. Sonos-Geräte starten bei 200 Euro aufwärts. Die Klangqualität ist nicht identisch – Sonos klingt in der Regel besser – aber für viele Anwendungsfälle reicht WiiM vollkommen aus. Gerade für Multiroom-Setups, bei denen Hintergrundmusik im Vordergrund steht, macht der Preisunterschied einen großen Unterschied.
Die offizielle Integration senkt die Einstiegshürde massiv. Wer bisher auf Custom Components angewiesen war, konnte nicht sicher sein, dass Updates reibungslos funktionieren. Die offizielle Version wird mit Home Assistant Core gepflegt. Langfristiger Support ist garantiert.
Fazit: Endlich angekommen
Die WiiM-Integration in Home Assistant 2026.4 schließt eine Lücke. Multiroom-Audio ohne Cloud-Zwang, zu einem Preis, der Sonos alt aussehen lässt. Die Integration ist stabil, gut dokumentiert und funktioniert mit einer breiten Palette an LinkPlay-Geräten. Wer nach einer lokalen, preiswerten Alternative zu den großen Marken sucht, bekommt mit WiiM und Home Assistant eine solide Lösung.
Technische Details:
- Home Assistant Version: 2026.4 oder neuer
- Unterstützte Geräte: WiiM Mini, Pro, Pro Plus, Amp, Ultra
- Kompatibel mit: Arylic, Audio Pro, Dayton Audio, DOSS, weitere LinkPlay-Geräte
- Auto-Discovery: Ja (Zeroconf)
- Cloud erforderlich: Nein
- Multiroom: Über Home Assistant Gruppen
-
| Shelly
Shelly hat für das Frühjahr 2026 eine eigene Top-10-Liste veröffentlicht – zehn Geräte, die laut Hersteller gerade besonders relevant sind. Was steckt…
-
| Home Assistant
Mit der GRILLPLATS führt IKEA eine Matter-kompatible Steckdose ein, die neben der Schaltfunktion auch den Stromverbrauch erfasst. Dadurch schließt das…
-
| Home Assistant
Wer in die Welt von Home Assistant einsteigt, landet fast immer beim Raspberry Pi. Er gilt als der Inbegriff der geringen Einstiegshürde. Doch 2026…