Shelly Linkedgo ST1820: Lokale Steuerung von Fußbodenheizungen ohne Cloud-Anbindung
Integration in Home Assistant und Funktionsumfang des Acht-Kanal-Relaismoduls
Obgleich Fußbodenheizungen aufgrund ihrer thermischen Trägheit eine präzise Regelung erfordern, stellen proprietäre Steuerungssysteme oder cloudbasierte Lösungen häufig ein Hindernis dar – insbesondere dann, wenn eine lokale Einbindung in bestehende Smart-Home-Infrastrukturen angestrebt wird. Mit dem Shelly Linkedgo ST1820 steht nun ein Modul zur Verfügung, das sich explizit an Anlagen mit 230-Volt-Stellantrieben richtet, herkömmliche Thermostate ersetzt und eine direkte Anbindung an Home Assistant ermöglicht, ohne dabei auf die Shelly-Cloud oder wiederkehrende Gebühren zurückzugreifen.
Installation und technische Spezifikationen des Acht-Kanal-Relais
Bei dem ST1820 handelt es sich um ein Relaismodul, das über insgesamt acht Kanäle verfügt, wobei jeder Kanal einen separaten Stellantrieb der Fußbodenheizung ansteuert. Die Inbetriebnahme gestaltet sich unkompliziert: Nach dem Anschluss der Stromversorgung und der Verkabelung der Stellantriebe – ein Prozess, der bei vorheriger Nutzung mechanischer Thermostate oder komplexer Smart-Home-Systeme deutlich weniger Aufwand erfordert – ist das Gerät einsatzbereit. Ein entscheidender Vorteil liegt in der nativen MQTT-Unterstützung, wodurch Home Assistant das Modul automatisch erkennt, sofern ein MQTT-Broker bereits konfiguriert wurde. Fehlt diese Voraussetzung, ist eine manuelle Einrichtung erforderlich, die jedoch keine tiefergehenden technischen Kenntnisse erfordert.
Steuerung via Home Assistant und lokale Datenverarbeitung
Sobald die Integration in Home Assistant abgeschlossen ist, lassen sich die einzelnen Kanäle nicht nur manuell schalten, sondern auch in automatisierte Abläufe einbinden, wobei die Reaktionszeit des Systems als vernachlässigbar einzustufen ist. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Smart-Home-Lösungen für Fußbodenheizungen, die auf dedizierte Apps oder Cloud-Dienste angewiesen sind, arbeitet der ST1820 vollständig lokal und bleibt auch bei fehlender Internetverbindung funktionsfähig – ein Aspekt, der insbesondere für Nutzer mit hohen Anforderungen an Datenschutz oder Systemautonomie von Bedeutung ist.
Temperaturerfassung und Modularität des Systems
Während der ST1820 selbst keine integrierten Temperatursensoren besitzt und somit keine eigenständige Temperaturregelung vornimmt, obliegt diese Aufgabe Home Assistant, das entweder auf externe Sensoren zurückgreift oder die Raumtemperatur über andere Komponenten erfasst. Dass Shelly auf diese Weise auf Modularität setzt, stellt keine technische Einschränkung dar, sondern ermöglicht vielmehr eine flexible Anpassung an individuelle Anforderungen: Wer eine präzisere Steuerung benötigt, kann zusätzliche Sensoren oder Thermostate nachrüsten, während Nutzer mit einfachen Schaltanforderungen mit dem Basismodul auskommen.
Hardwarequalität und Dokumentationsumfang
Das Gehäuse des ST1820 besteht aus Kunststoff, weist jedoch eine für den Unterputzeinbau ausreichende Stabilität auf, wobei die Anschlüsse klar beschriftet und die Kabelverbindungen durch eine sichere Fixierung vor unbeabsichtigtem Lösen geschützt sind. Einzig die mitgelieferte Dokumentation fällt knapp aus, was insbesondere für Anwender ohne Vorerfahrung mit MQTT oder Home Assistant eine Einarbeitungsphase erforderlich macht. Shelly verweist in diesem Zusammenhang auf die Unterstützung durch die Community, die in Foren oder auf GitHub-Lösungen für häufig auftretende Problemstellungen bereitstellt – ein Ansatz, der zwar kein vollständiges Handbuch ersetzt, jedoch als ergänzende Ressource dient.
Preis-Leistungs-Verhältnis und Einsatzszenarien
Mit einem Marktpreis von etwa 100 Euro positioniert sich der ST1820 in einem Segment, das preislich deutlich unter vergleichbaren Lösungen von Herstellern wie Homematic oder Loxone liegt, ohne dabei funktionale Abstriche aufzuweisen. Für Anwender, die eine cloudfreie, lokale Steuerung ihrer Fußbodenheizung anstreben und dabei auf eine nahtlose Integration in Home Assistant Wert legen, stellt das Modul eine effiziente Alternative dar, die weder als Allheilmittel noch als revolutionäre Neuerung zu betrachten ist, jedoch eine seit langem bestehende Lücke im Bereich der smarten Heizungssteuerung schließt.
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