Shellys Top 10 für Frühjahr 2026: Die Geräte im Überblick
Shelly hat für das Frühjahr 2026 eine eigene Top-10-Liste veröffentlicht – zehn Geräte, die laut Hersteller gerade besonders relevant sind. Was steckt dahinter, und welche davon lohnen sich wirklich? Ein Überblick.
Der Großteil der empfohlenen Geräte gehört zur vierten Hardwaregeneration. Was Gen4 von Gen3 unterscheidet: Wi-Fi 6, natives Zigbee und Matter sind von Anfang an dabei – kein Firmware-Nachliefern, kein Protokoll-Kompromiss. Dazu kommt doppelter Flash-Speicher (16 MB statt 8 MB), der für komplexere Skripte und die Anforderungen des Matter-Protokolls relevant ist. Zwei Geräte der Liste sind noch Gen3 – dazu später mehr.
Die Shelly Top 10 für Frühjahr 2026 im Überblick
Shelly Wall Display*: Die Schaltzentrale an der Wand
Platz eins geht an das Wall Display – und das macht Sinn. Es löst ein konkretes Problem: Du willst Geräte oder Szenen steuern, ohne jedes Mal das Smartphone rauszuholen. Der 4-Zoll-Touchscreen zeigt Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Energieverbrauch direkt an, und du hast per Tippen Zugriff auf alle verbundenen Geräte und Szenen. Ein integrierter 5-A-Schalter erlaubt die direkte Unterputzmontage – das Display ersetzt also auch einen klassischen Wandschalter. In Home Assistant lässt es sich als Dashboard-Endpunkt nutzen oder direkt über Matter einbinden.
Shelly BLU H&T Display ZB*: Raumklima auf einen Blick
Ein batteriebetriebener Sensor mit E-Paper-Display, der Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit und Uhrzeit anzeigt – ohne Verkabelung, ohne App-Pflicht. Einfach hinstellen oder an die Wand hängen. Magnete auf der Rückseite machen die Montage an Metallflächen besonders einfach.
Konnektivität: Bluetooth 5.0 und Zigbee 3.0 – aber nicht gleichzeitig, da das die Batterielaufzeit erheblich reduziert. Im Zigbee-Modus lässt sich das Gerät direkt über ZHA oder Zigbee2MQTT in Home Assistant einbinden. Die Messdaten – Temperatur, Feuchte, Helligkeit – stehen dann als Sensoren für Automationen zur Verfügung: Jalousien schließen, wenn die Raumtemperatur einen Schwellenwert überschreitet, oder Lüftung anschalten, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist. Batterielaufzeit laut Hersteller bis zu zwei Jahre.
Shelly Plug M Gen3*: Einstieg ohne Installation
Nicht alles muss fest verdrahtet sein. Der Plug M Gen3 – noch Gen3, kein Gen4 – trägt bis zu 3.000 W (13 A) und eignet sich damit auch für Heizlüfter, Wasserkocher oder Kaffeemaschinen. Matter-Unterstützung ist vorhanden, die Einbindung über QR-Code funktioniert unkompliziert. Der LED-Indikator zeigt den Verbrauchsstatus direkt am Gerät an. Wer keine Unterputzmontage will oder kann, bekommt hier schnell einen Einstieg in die Verbrauchsmessung – ohne Elektriker, ohne Werkzeug.
Shelly Outdoor Plug S Gen3*: Für die Gartensaison
Ebenfalls noch Gen3. Der Outdoor Plug S ist spritzwassergeschützt und für den Außenbereich ausgelegt – Gartenbeleuchtung, Teichfilter, Terrassenstrahler, Bewässerungspumpen. Energieüberwachung ist an Bord, damit du weißt, was saisonale Geräte über die Monate wirklich kosten. In Kombination mit einem Temperatursensor lässt sich z.B. eine Heizmatte für frostempfindliche Frühjahrspflanzen nur dann einschalten, wenn die Außentemperatur unter einen definierten Schwellenwert fällt – in Home Assistant in wenigen Minuten umgesetzt.
Shelly 1PM Gen4*: Schalten und messen
Der Klassiker in neuem Gewand. Das 1PM Gen4 schaltet bis zu 16 A und misst dabei den Energieverbrauch in Echtzeit. Sinnvoll überall dort, wo du wissen willst, was ein Gerät wirklich zieht – Waschmaschine, Geschirrspüler, Heizstab. Standby-Verbräuche lassen sich damit zuverlässig identifizieren und per Automation abschalten.
In Kombination mit dem Shelly Plus Add-on lassen sich bis zu fünf DS18B20-Temperatursensoren anschließen. Klassisches PV-Setup: Verbrauch und Wassertemperatur erfassen, Heizvorgang starten, sobald die Anlage Überschuss produziert. Wer eine Wärmepumpe mit SG-Ready-Schnittstelle betreibt, kann das 1PM Gen4 auch dort einsetzen: Das Relais schaltet den Eingang der Wärmepumpe und signalisiert ihr, bei Solarüberschuss die Vorlauftemperatur anzuheben. In Home Assistant bindet sich das 1PM Gen4 über die native Shelly-Integration ein – Verbrauchsdaten landen direkt als Sensoren und lassen sich für Automationen oder das Energie-Dashboard nutzen.
Shelly 2PM Gen4*: Jalousien und Rollläden
Zweikanaliges Relais mit Leistungsmessung, primär für bidirektionale Motoren gedacht. Rollläden, Jalousien, Markisen, Vorhänge – alles steuerbar, inklusive Lamellenwinkel bei Jalousien. Die Hinderniserkennung stoppt den Motor automatisch bei Blockaden und schützt damit die Mechanik. Zwischenpositionen wie "30 % geöffnet" oder ein definierter Lamellenwinkel lassen sich direkt ansteuern.
Für die Frühjahrssaison besonders relevant: wetterabhängige Automatisierung. Markise fährt bei Wind ein, Jalousien schließen bei starker Mittagssonne – und öffnen wieder, sobald es bewölkt wird. In Kombination mit der Ecowitt WS90 (Platz 7 der Liste) lässt sich das vollautomatisch umsetzen. In Home Assistant wird das 2PM Gen4 als Cover-Entity eingebunden, Positionssteuerung und Lamellenwinkel sind direkt verfügbar.
Ecowitt WS90*: Wetterstation für smarte Automationen
Die Ecowitt WS90 ist kein Shelly-Gerät im eigentlichen Sinne, sondern Teil des "Powered by Shelly"-Ökosystems. Die 7-in-1-Wetterstation misst Wind, Regen, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, UV-Index, Sonneneinstrahlung und Luftdruck. Der Clou: Die Daten lassen sich direkt für Automationen nutzen. Markise fährt bei Windböen automatisch ein. Bewässerung startet nur, wenn kein Regen gemeldet wird. In Home Assistant lässt sich die WS90 über die Ecowitt-Integration einbinden – alle Messwerte stehen als Entitäten zur Verfügung.
Shelly Flood Gen4*: Wasserschutz mit Zigbee
Im Gegensatz zum Vorgänger kann der Flood Gen4 wahlweise über Zigbee oder Matter-over-Wi-Fi eingebunden werden. Das ist kein Detail: Im Zigbee-Modus verlängert sich die Batterielaufzeit auf bis zu fünf Jahre. Wer keinen Batteriewechsel alle paar Monate will, wählt Zigbee.
Ein integrierter Temperatursensor warnt zusätzlich vor Frostgefahr in Kellern oder Technikräumen. Das empfohlene Setup: Sensor erkennt Feuchtigkeit → 1PM Gen4 unterbricht sofort die Stromzufuhr zur Waschmaschine oder zum Boiler. In fortgeschrittenen Installationen lässt sich zusätzlich ein Magnetventil ansteuern, das die Hauptwasserleitung schließt. Für größere Flächen oder Rohrleitungen gibt es ein Sensorkabel, das die Detektionsfläche auf bis zu 150 Meter erweitert. Wer den Flood Gen4 im Zigbee-Modus betreibt, kann ihn direkt über ZHA oder Zigbee2MQTT in Home Assistant einbinden.
Shelly Presence Gen4*: mmWave statt PIR
Technisch das interessanteste Gerät der Runde. Statt klassischer Infrarot-Bewegungserkennung setzt der Presence Gen4 auf hochfrequente mmWave-Radartechnologie. Der entscheidende Unterschied zu einem PIR-Sensor: Er erkennt auch Personen, die sich nicht bewegen – etwa beim Lesen, Arbeiten oder Schlafen. Selbst die Atembewegung des Brustkorbs reicht zur Erkennung.
Überwachungsfläche: bis zu 42 m², aufgeteilt in bis zu zehn separate Zonen, mit gleichzeitigem Tracking von bis zu sechs Personen. Die Empfindlichkeit lässt sich anpassen, um Fehlauslösungen durch Haustiere oder den Saugroboter zu vermeiden. Ein integrierter Lichtsensor sorgt dafür, dass Lampen nur dann einschalten, wenn es tatsächlich dunkel genug ist. Stromversorgung über USB-C, Konnektivität: Wi-Fi 6, Bluetooth 5, Zigbee 3.0, Matter-over-Wi-Fi. Das Gerät war auf der IFA 2025 zu sehen und taucht aktuell in Amazon-Listings auf – ein konkretes Verkaufsdatum gibt es noch nicht.
Für Home Assistant ist ein mmWave-Präsenzsensor dieser Klasse besonders wertvoll: Anwesenheitserkennung, die nicht versagt, sobald jemand stillsitzt, ist eine der häufigsten Schwachstellen in HA-Automationen. Lichter, die ausgehen, während du auf dem Sofa sitzt – das gehört damit der Vergangenheit an.
Shelly Power Strip 4 Gen4*: Die smarte Steckerleiste
Vier individuell schaltbare Ausgänge mit jeweils eigener Leistungsmessung. Matter-zertifiziert, Wi-Fi 6. Jeder Ausgang lässt sich separat schalten und messen – du siehst, was Monitor, Drucker und Tischlampe einzeln verbrauchen, nicht nur den Gesamtwert der Leiste.
Das naheliegende Szenario für das Home Office: Presence Gen4 erkennt, dass du den Schreibtisch verlässt → Monitore, Drucker und Tischlampe schalten sich ab, der Laptop-Charger bleibt aktiv. Standby-Kosten, die sich über ein Jahr deutlich summieren, sind damit passiv eliminiert. In Home Assistant erscheinen alle vier Kanäle als separate Entitäten.
Lohnt sich der Umstieg von Gen3 auf Gen4?
Wenn du vorhandene Gen3-Geräte hast, die zuverlässig laufen: kein Handlungsbedarf. Gen3-Hardware funktioniert weiterhin, und Matter wird schrittweise per Firmware nachgeliefert.
Neu kaufen? Dann Gen4. Der Aufpreis ist überschaubar, und du bekommst dafür natives Matter, Zigbee und Wi-Fi 6 ohne Kompromisse. Besonders bei Neuinstallationen oder wenn du ein Multi-Protokoll-Setup planst, ist Gen4 die zukunftssicherere Wahl.
-
| Home Assistant
Mit der GRILLPLATS führt IKEA eine Matter-kompatible Steckdose ein, die neben der Schaltfunktion auch den Stromverbrauch erfasst. Dadurch schließt das…
-
| Home Assistant
Wer in die Welt von Home Assistant einsteigt, landet fast immer beim Raspberry Pi. Er gilt als der Inbegriff der geringen Einstiegshürde. Doch 2026…
-
| Mähroboter
Die Mähroboter-Landschaft hat sich grundlegend verändert. Modelle mit Begrenzungsdraht verlieren Marktanteile. Welche drahtlosen Mährobotor gut mit…