Shelly Presence Gen4: mmWave-Präsenzsensor mit Zigbee und Matter
Was der neue Sensor kann, wie er sich in Home Assistant integriert und wo aktuell noch Grenzen bestehen.
Präsenzsensoren lösen ein konkretes Problem klassischer Bewegungsmelder: Das Licht geht aus, sobald du reglos am Schreibtisch sitzt. mmWave-Radar-Sensoren erkennen auch stillsitzende Personen anhand kleinster Bewegungen wie Atemzüge oder Herzschlag. Shelly hat jetzt seinen ersten Sensor dieser Art veröffentlicht: den Presence Gen4. Preis: 69,99 Euro.
Was der Sensor kann
Der Presence Gen4* setzt auf mmWave-Radar und erkennt Personen in einem Bereich von bis zu 42 m² mit einem 140-Grad-Erfassungsfeld. Das Gerät unterscheidet bis zu sechs Personen gleichzeitig und unterstützt bis zu zehn konfigurierbare Erkennungszonen — so lässt sich zum Beispiel nur die Hälfte eines großen Wohnzimmers überwachen, ohne dass die andere Hälfte Einfluss auf Automationen hat. Zusätzlich zur Präsenzerkennung meldet der Sensor drei Helligkeitsstufen: dunkel, Dämmerung und hell. Damit lassen sich kombinierte Automationen bauen — Licht nur einschalten, wenn jemand im Raum ist und es gleichzeitig dunkel genug ist. Die Empfindlichkeit ist einstellbar. Wer einen Hund, eine Katze oder einen Saugroboter im Raum hat, kann die Filterung so konfigurieren, dass kleine Bewegungen ignoriert werden. Das Gerät wird per USB-C mit Strom versorgt — kein Akku, kein Batteriewechsel. Montage wahlweise an der Wand oder auf einer Ablagefläche. Die optimale Montagehöhe liegt bei zwei Metern, leicht nach unten geneigt.
Protokolle: vier Optionen, eine Einschränkung
Der Presence Gen4 unterstützt Wi-Fi 6, Bluetooth 5 LE, Zigbee 3.0 und Matter over Wi-Fi. Damit ist er das erste Shelly-Gerät dieser Kategorie mit vollständiger Gen4-Protokollbasis. Thread fehlt — wie bei allen Shelly Gen4-Geräten setzt Shelly auf Wi-Fi als Matter-Transportweg. Zwischen Matter- und Zigbee-Firmware wird per Knopfdruck umgeschaltet: fünfmaliges schnelles Drücken wechselt den Modus. Das ist praktisch, bedeutet aber auch: beide Modi gleichzeitig sind nicht möglich.
Home Assistant: Wi-Fi-Integration funktioniert, Zigbee noch eingeschränkt
Über die native Shelly-Integration in Home Assistant läuft der Sensor per Wi-Fi problemlos. Präsenzstatus, erkannte Objekte und Helligkeit werden als Entities bereitgestellt. Über Zigbee2MQTT ist die Situation aktuell noch ausbaufähig. Erste Praxistests zeigen: Das Gerät wird erkannt, liefert aber nur einen einfachen Präsenz-Boolean — kein Personenzähler, keine Zoneninformationen, keine Helligkeitsstufe. Die Multi-Zonen-Fähigkeit, die der Sensor über Wi-Fi vollständig abbildet, ist über Zigbee noch nicht nutzbar. Shelly arbeitet laut Community-Berichten an einer vollständigeren Zigbee-Implementierung. Wer den Sensor mit Home Assistant über Zigbee nutzen will, sollte aktuell mit eingeschränkter Funktionalität rechnen. Für den vollen Funktionsumfang ist die Wi-Fi-Verbindung über die native Shelly-Integration der zuverlässigere Weg.
Einordnung
Der Presence Gen4 tritt gegen etablierte mmWave-Sensoren wie den Aqara FP2 oder Apollo-Sensoren an. Mit 69,99 Euro liegt er im mittleren Preissegment. Der FP2 kostet ähnlich viel, bietet aber Thread-Unterstützung und eine ausgefeiltere Zonenlogik direkt in der App. Apollo-Sensoren — ESPHome-basiert — gehen tiefer in die Home-Assistant-Integration, sind aber als Bausatz gedacht. Was Shelly mitbringt: ein vollständiges Protokollpaket, einfache Einrichtung und die bekannte Zuverlässigkeit der Gen4-Plattform. Wer bereits Shelly-Geräte im Einsatz hat und einen Präsenzsensor ohne große Konfigurationsarbeit will, bekommt hier eine solide Option — sofern die Zigbee-Integration bis zum eigenen Kauf nachgezogen hat. Verfügbar ist der Sensor seit Ende März 2026 im Shelly-Online-Shop in Schwarz und Weiß. Bei Amazon sind beide Varianten gelistet, aber Stand Mitte April noch nicht überall lieferbar.
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