Skip to main content Skip to page footer
Meine Devices: ✔ persönlich erprobt ✔ 100% HASS-tauglichansehen

Smart Home Statistik Deutschland 2026: Verbreitung, beliebteste Geräte und internationaler Vergleich

| Frank Specht

Aktuelle Smart-Home-Zahlen für Deutschland und den internationalen Vergleich: Verbreitung, beliebteste Geräte und Marktentwicklung im Überblick.

Fast jeder zweite Haushalt in Deutschland nutzt mittlerweile mindestens eine Smart-Home-Anwendung. Damit hat sich der Anteil innerhalb von acht Jahren nahezu verdoppelt. Internationale Vergleichszahlen zeigen jedoch: Deutschland liegt im Mittelfeld – einige Länder sind deutlich weiter. Ein Überblick über die aktuelle Studienlage zur Verbreitung, zu den beliebtesten Anwendungen und zur Marktentwicklung.

Knapp die Hälfte der Deutschen nutzt smarte Geräte

Die aktuellste belastbare Zahl stammt vom Digitalverband Bitkom. 48 Prozent der Deutschen geben an, im eigenen Zuhause mindestens eine Smart-Home-Anwendung zu nutzen. Grundlage ist eine repräsentative Befragung von 1.156 Personen ab 16 Jahren, durchgeführt im Herbst 2025 von Bitkom Research.

Der Aufwärtstrend ist seit Jahren stabil, wenn auch in kleinen Schritten. 2022 waren es 43 Prozent, 2023 44 Prozent und 2024 46 Prozent, die mindestens Teile ihres Zuhauses smart ausgerüstet hatten. 2018 lag der Wert noch bei 26 Prozent. Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung über die vergangenen Jahre:

JahrAnteil Smart-Home-Nutzer in Deutschland
201826 %
202037 %
202243 %
202344 %
202446 %
202548 %

Quelle: Bitkom Research, Smart-Home-Studien 2018 bis 2025

Die Bitkom-Zahlen beziehen sich auf Personen, nicht auf Haushalte. Sie liegen damit deutlich unter den teils höheren Werten kommerzieller Marktforscher wie Statista, die eine weiter gefasste Definition verwenden und auch indirekt vernetzte Geräte einbeziehen.

Energie und Komfort dominieren die Geräteauswahl

Das Ranking der eingesetzten Anwendungen zeigt eine deutliche Verschiebung in Richtung Energiemanagement. Während noch vor wenigen Jahren Beleuchtung und Unterhaltung dominierten, stehen heute Heizungssteuerung und Verbrauchskontrolle hoch im Kurs. 38 Prozent aller Deutschen haben die eigenen vier Wände bereits mit smarten Lampen oder Leuchten ausgestattet. Knapp dahinter folgen smarte Heizkörperthermostate und smarte Steckdosen mit jeweils 35 Prozent.

AnwendungNutzung 2025
Intelligente Beleuchtung38 %
Smarte Heizkörperthermostate35 %
Smarte Steckdosen35 %
Staubsauger-Roboter24 %
Smarte Verbrauchszähler (Strom, Gas, Wasser)22 %
Rasenmäher-Roboter16 %
Intelligente Videoüberwachung16 %
Smarte Alarmanlagen10 %
Intelligente Rauchmelder7 %

Quelle: Bitkom Research 2025, Befragung von 1.156 Personen ab 16 Jahren

Bemerkenswert ist die Entwicklung bei Heizkörperthermostaten. 2022 wurden sie laut Bitkom noch von 25 Prozent der Deutschen genutzt – inzwischen sind es 35 Prozent. Damit gehört dieser Bereich zu den am schnellsten wachsenden Kategorien. Die Energiepreise der Jahre 2022 und 2023 dürften diese Entwicklung beschleunigt haben.

Eine zentrale Erkenntnis der aktuellen Studie betrifft zudem die Intensität der Nutzung. 59 Prozent der Smart-Home-Nutzerinnen und -Nutzer gaben an, sechs oder mehr intelligente Anwendungen zu Hause im Einsatz zu haben. Knapp 10 Prozent nutzen fünf Anwendungen, 7 Prozent greifen auf vier intelligente Lösungen zurück. Nur zwei Prozent beschränken sich auf eine bis drei Anwendungen. Bereits in der Bitkom-Erhebung 2024 lag der Durchschnitt bei sieben Geräten pro Nutzer-Haushalt. Smart Home bleibt damit selten ein Einzelgerät-Phänomen. Wer einmal einsteigt, baut typischerweise aus. Die räumliche Verteilung folgt einem klaren Muster: Wohnzimmer, Schlafzimmer und Gartenbereich liegen bei den Einsatzorten vorn.

Plattformen und Systeme: Wer hält das Smart Home zusammen?

Hinter der Verbreitungsstatistik einzelner Geräte verbirgt sich eine fragmentierte Plattform-Landschaft. Während Marktforscher gerne von „dem Smart-Home-Markt“ sprechen, koexistieren in deutschen Haushalten unterschiedliche Systeme nebeneinander. Eine flächendeckende Erhebung zur Verbreitung einzelner Plattformen gibt es nicht – die meisten Hersteller veröffentlichen keine Nutzerzahlen. Dennoch lassen sich aus offiziellen Herstellerangaben und Telemetriedaten einige Größenordnungen ablesen.

Plattform / SystemVerbreitung (Stand 2025/2026)Datenbasis
eQ-3 (Homematic IP, Homematic, MAX!, FS20)über 3 Mio. Haushalte, über 50 Mio. ausgelieferte GeräteHerstellerangabe eQ-3
Home Assistantüber 2 Mio. aktive Installationen (offiziell, Mai 2025)Open Home Foundation
openHABkeine offiziellen Nutzerzahlen, aktive Entwickler-Community
Apple Home, Samsung SmartThings, Google Homekeine offiziellen Nutzerzahlen

Hinweis: Die Zahlen sind nicht direkt vergleichbar. eQ-3 zählt Haushalte mit Geräten beliebiger Marken des Konzerns, Home Assistant zählt softwarebasierte Installationen unabhängig vom Standort.

Der norddeutsche Hersteller eQ-3 mit Sitz in Leer ist nach eigenen Angaben und laut dem schwedischen Marktforschungsinstitut Berg Insight seit zehn Jahren in Folge Marktführer für Whole-Home-Systeme in Europa (Stand: Studie 2024). Die Marke Homematic IP gilt als das verbreitetste hochintegrierte System in deutschen Haushalten, vor allem durch die starke Position bei Heizungssteuerung und Sicherheitstechnik.

Eine eigene Dynamik entfaltet die Open-Source-Plattform Home Assistant. Im Mai 2025 gab die Open Home Foundation, die das Projekt verantwortet, bekannt, dass die Marke von zwei Millionen aktiven Installationen überschritten wurde. Im Vorjahr lag die Zahl noch bei rund einer Million. Die öffentlich einsehbare Analytics-Seite zeigt davon nur einen Teil – sie erfasst lediglich Installationen, deren Betreiber dem freiwilligen Telemetrie-Opt-in zugestimmt haben. Diese Zahl liegt aktuell bei rund 625.000. Die tatsächliche Verbreitung schätzt das Projekt selbst auf das vier- bis fünffache dieser Zahl.

Sprachassistenten ergänzen diese Plattformen als Bedien-Layer. Laut der Bitkom-Erhebung 2024 bedienten 65 Prozent der Smart-Home-Nutzer ihre Geräte und Anwendungen per Sprachbefehl, zwei Jahre zuvor waren es noch 55 Prozent. 90 Prozent steuern parallel per Smartphone-App, 44 Prozent per Tablet-App. Mit dem Rollout KI-gestützter Assistenten wie Alexa+ und Gemini for Home im Lauf des Jahres 2026 wird diese Bedienform voraussichtlich weiter an Bedeutung gewinnen.

Matter und Thread sollen die Fragmentierung beenden

Die Plattform-Vielfalt ist gleichzeitig Stärke und Schwäche des Smart-Home-Marktes. Wer sich für ein System entscheidet, muss in der Regel innerhalb dieses Ökosystems bleiben – oder Brücken über Plattformen wie Home Assistant bauen. Der seit Ende 2022 verfügbare herstellerübergreifende Standard Matter soll diese Fragmentierung auflösen. Geräte mit Matter-Zertifizierung lassen sich grundsätzlich in jedes kompatible Hub-System einbinden, unabhängig vom Hersteller.

Belastbare Zahlen zur tatsächlichen Verbreitung von Matter in deutschen Haushalten existieren bislang nicht. Marktforscher wie Mordor Intelligence verweisen jedoch auf eine deutliche Beschleunigung. Demnach gilt Thread, das von Matter als Standard-Funkprotokoll für stromsparende Sensorik definiert wurde, als die Kommunikationstechnologie mit der höchsten prognostizierten Wachstumsrate in Europa – mit 6,63 Prozent jährlich bis 2031. Wi-Fi bleibt mit knapp 65 Prozent Anteil weiterhin das dominante Protokoll, vor allem bei bandbreitenstarken Anwendungen wie Sicherheitskameras.

Die Plattform-Frage berührt auch demografische Aspekte. Eine frühere Bitkom-Erhebung zeigte, dass bereits 30 Prozent der Menschen zwischen 65 und 74 Jahren mindestens eine smarte Anwendung nutzen. Bei den über 75-Jährigen lag der Anteil zu diesem Zeitpunkt erst bei 6 Prozent. Während jüngere Nutzer vor allem auf Komfort und Energieeinsparung setzen, dient Smart Home bei den Älteren häufig der Unterstützung selbstbestimmten Wohnens. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) der über 65-Jährigen mit Smart-Home-Anwendungen nannte diesen Aspekt als Hauptmotiv – in den jüngeren Altersgruppen lag dieser Wert bei nur 5 Prozent. Niedrigschwellige Plattformen mit Sprachsteuerung oder Matter-Plug-and-Play könnten diese Altersgruppe weiter erschließen.

Internationaler Vergleich: Deutschland als größter europäischer Markt

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland weder an der Spitze noch am Ende. Allerdings sind die Zahlen schwer direkt vergleichbar, da unterschiedliche Marktforscher mit unterschiedlichen Definitionen arbeiten. Branchenangaben kommerzieller Anbieter wie Statista oder Mordor Intelligence verwenden teils sehr weite Smart-Home-Definitionen und kommen daher zu höheren Durchdringungsraten als die methodisch konservativeren Bitkom-Studien.

Eine Orientierung zum europäischen Markt liefert der aktuelle Mordor-Intelligence-Report (Stand März 2026). Demnach lag das Marktvolumen für Smart-Home-Produkte und -Dienste in Europa 2025 bei rund 23 Milliarden US-Dollar und soll bis 2031 auf rund 32 Milliarden US-Dollar wachsen. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 5,6 Prozent.

Region / LandMarktvolumen 2025Anmerkung
Europa (gesamt)ca. 23,1 Mrd. USDPrognose 32,1 Mrd. USD bis 2031
Deutschlandca. 6,0 Mrd. USD (26 % des EU-Marktes)Größter Einzelmarkt in Europa
Vereinigtes Königreichca. 4,5 Mrd. USDZweitgrößter Markt in Europa
NorwegenWachstumsstärkstes Land6 % CAGR durch dynamische Stromtarife

Quelle: Mordor Intelligence, Europe Smart Homes Market Report, Stand März 2026. Marktwerte sind Schätzungen kommerzieller Marktforscher und können je nach Definition deutlich variieren.

Deutschland war 2025 mit einem Anteil von 26 Prozent am europäischen Smart-Home-Umsatz der größte Einzelmarkt der Region. Auf Platz zwei folgt das Vereinigte Königreich. Die höchsten Wachstumsraten verzeichnen laut Mordor Intelligence die nordischen Länder – allen voran Norwegen. Treiber sind dort vor allem dynamische Stromtarife und eine hohe Verbreitung von Elektrofahrzeugen, die automatisierte Lastverschiebung im Haushalt attraktiv machen.

Die Wachstumsraten in Europa fallen mit 5,6 Prozent jährlich moderater aus als in anderen Regionen. Treiber sind nach übereinstimmender Einschätzung verschiedener Marktforscher die EU-weite Energieeffizienz-Regulierung, neue Anforderungen an Neubauten ab 2026 sowie die zunehmende Verbreitung herstellerübergreifender Standards wie Matter und Thread, die Hersteller-Bindung reduzieren.

Was die Zahlen für die kommenden Jahre bedeuten

Drei Trends zeichnen sich aus den vorliegenden Daten ab. Erstens nähert sich die Verbreitung in Deutschland mit aktuell 48 Prozent der 50-Prozent-Marke. Ein Sprung über diese Schwelle ist in der kommenden Studienrunde wahrscheinlich. Zweitens verlagert sich der Schwerpunkt von Komfort- hin zu Energieanwendungen – getrieben durch Stromkosten und regulatorische Vorgaben. Drittens wird die Bedienung zunehmend sprachgesteuert, was den Einstieg für weniger technikaffine Nutzergruppen erleichtert.

Offen bleibt, wie schnell sich Matter in der Breite durchsetzt. Marktforscher sehen darin einen wesentlichen Wachstumstreiber, weil der Standard die historische Fragmentierung des Smart-Home-Marktes auflösen kann. Belastbare Nutzungszahlen zur tatsächlichen Matter-Verbreitung liegen für Deutschland bislang nicht vor.

Eine methodische Einordnung bleibt wichtig: Die Bitkom-Zahlen beziehen sich auf den Anteil befragter Personen, die eine konkrete Smart-Home-Anwendung nutzen. Marktforscher wie Statista oder Mordor Intelligence rechnen dagegen auf Haushaltsebene und mit deutlich weiterem Geräte-Spektrum. Für eine seriöse Einordnung der Entwicklung in Deutschland sind die Bitkom-Zahlen die belastbarere Referenz, weil sie auf einer methodisch konsistenten Befragungsreihe mit klar definierten Kategorien beruhen. Marktvolumen-Prognosen kommerzieller Anbieter dienen vor allem der groben Größenordnung und sollten nicht überinterpretiert werden.

Primärquellen Bitkom Research:

Plattform-Hersteller:

Marktforschung international:

Hinweis zur Methodik: Die Bitkom-Studien basieren auf repräsentativen Telefonbefragungen von jeweils rund 1.150 bis 1.200 Personen ab 16 Jahren in Deutschland. Die Marktvolumen-Werte von Mordor Intelligence sind kommerzielle Schätzungen und können je nach Definition deutlich von anderen Anbietern abweichen.

Zur News-Übersicht
Smart Home Statistik Deutschland 2026: Verbreitung, beliebteste Geräte und internationaler Vergleich

Ein ausführlicher Überblick über Funktionen, technische Basis, Möglichkeiten der beliebten Plattform sowie erste Tipps zu Hardware und Einrichtung.

Vergleich von Green, Raspberry Pi 4/5, Yellow und Intel NUC. Mit Stromkosten-Tabelle, konkreten Empfehlungen und Tipps zum richtigen Einstieg.

ZHA und Zigbee2MQTT für Home Assistant: Funktionsweise, Hardwarekompatibilität, Installation und praktische Unterschiede erklärt

Erfahre, wie du Homematic mit Home Assistant verbindest und eine Vielzahl neuer Smart-Home-Möglichkeiten durch die Kombination beider Systeme erschließt.