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TRMNL E-Paper-Displays: Das Home Assistant Dashboard für die Wand

| Dashboards | Frank Specht

E-Ink-Displays kennt man von Kindle & Co. TRMNL bringt diese Technologie ins Smart Home – als stromsparendes, dauerhaft sichtbares Dashboard.

Home Assistant 2026.4 liefert die offizielle Integration gleich mit. Was kann das Display, was kostet es, und lohnt sich der Kauf?

TRMNL ist ein E-Paper-Display für den Schreibtisch oder die Wand. Kein Tablet. Kein alter Monitor. Sondern ein 7,5 Zoll (19 cm) großes E-Ink-Display mit WLAN und Akku. Die Idee: wichtige Informationen dauerhaft sichtbar machen, ohne dass ein Display Strom frisst oder im Dunkeln blendet. Home Assistant 2026.4 bringt die Integration direkt mit – als Platinum-Quality-Integration.

Das bedeutet: Die Integration ist ausgereift, gut dokumentiert, und funktioniert ab dem ersten Tag zuverlässig. Du installierst sie über die UI, gibst deinen API-Key ein, fertig. Home Assistant erkennt alle TRMNL-Geräte im Account und legt Entities an. Battery-Level, Signal Strength, Sleep Mode. Alles da.

Warum E-Ink statt LCD?

E-Ink-Displays funktionieren anders als normale Bildschirme. Sie reflektieren Licht wie Papier. Kein Backlight. Kein Flimmern. Kein Augenermüden nach Stunden. Das macht sie perfekt lesbar – auch bei direktem Sonnenlicht. Im Gegensatz zu deinem Smartphone, das du draußen kaum noch ablesen kannst.

Der zweite Vorteil: Stromverbrauch. E-Ink verbraucht nur beim Bildwechsel Energie. Wenn das Bild steht, fließt kein Strom. Null. Das TRMNL läuft mit dem Standard-Akku (1.800 mAh) mehrere Wochen bis Monate. Mit dem größeren Akku (2.500 mAh) hält es über sechs Monate durch. Das hängt von der Refresh-Rate ab – wie oft das Display neue Inhalte lädt.

Ein Beispiel: Du stellst das TRMNL auf Stündliches Update. Kalender, Wetter, To-Do-Liste. Der Akku hält trotzdem mehrere Wochen. Würdest du das gleiche mit einem alten Android-Tablet machen, wäre der Akku nach einem Tag leer.

Was zeigt das Display?

TRMNL funktioniert über Plugins. Über 700 Plugins stehen zur Verfügung. Kalender (Google, Outlook, iCal), Wetter, To-Do-Listen (Todoist, Things), Fitnessstatistiken (Strava), Krypto-Preise, Aktienkurse, Busfahrpläne. Auch Nischen-Sachen wie Chess.com-Statistiken oder Lichess-Rating.

Für Home Assistant gibt es mehrere Möglichkeiten. Die offizielle Integration monitort das Gerät selbst – Akkustand, WLAN-Signalstärke, Sleep-Schedule. Du kannst Automationen bauen: Benachrichtigung aufs Handy, wenn der Akku unter 20 Prozent fällt. Oder automatisches Einschalten des Sleep Mode nachts.

Die interessantere Frage: Wie bekommst du Home Assistant Dashboards aufs TRMNL? Dafür gibt es ein separates Add-on. Das TRMNL Home Assistant Add-on rendert Screenshots von Dashboards und schickt sie ans Display. Du kannst zeitgesteuert aktualisieren – alle 15 Minuten, jede Stunde, was auch immer passt. Das Add-on nutzt E-Ink-optimiertes Dithering (Floyd-Steinberg oder Ordered Algorithms) für scharfe Darstellung auf dem Display.

DIY-Kit vs. Fertiggerät

TRMNL gibt es in zwei Varianten. Das Fertiggerät (TRMNL OG) kostet 139 US-Dollar (ca. 130 Euro). Gehäuse, Ständer, Akku, alles dabei. Plug-and-Play. Das DIY-Kit (in Kooperation mit Seeed Studio) liegt bei etwa 70 US-Dollar. Du bekommst das 7,5-Zoll-Display, ein XIAO ESP32-S3 Board, 2.000-mAh-Akku und FPC-Kabel. Gehäuse musst du selbst drucken – Open-Source-Designs gibt es auf Printables und Thingiverse.

Das DIY-Kit ist ESPHome-kompatibel. Du kannst eigene Firmware flashen und das Display komplett lokal betreiben. Ohne TRMNL-Cloud. Ohne externe Server. Nur dein Home Assistant, dein ESPHome-Device, fertig. Für Leute, die alles selbst kontrollieren wollen, ist das die bessere Option.

Für wen lohnt sich TRMNL?

TRMNL ist kein Must-Have. Es ist ein Nice-to-Have. Wer ein altes Tablet an der Wand hängen hat, das rund um die Uhr läuft, findet hier eine stromsparende Alternative. Wer Informationen dauerhaft sichtbar haben will – Kalender im Flur, Wetter am Eingang, Energiepreise in der Küche – bekommt mit TRMNL ein elegantes Display.

Der Preis ist fair. Ca. 130 Euro für ein fertiges E-Ink-Display mit WLAN und Akku ist nicht teuer. Vergleichbare E-Ink-Tablets kosten das Doppelte. Und die brauchen oft zusätzliche Software oder Custom ROMs, um als Dashboard zu funktionieren.

Was fehlt: Touchscreen. Du steuerst das TRMNL über eine programmierbare Taste auf der Rückseite. Zwischen Screens wechseln, Favoriten aufrufen. Mehr nicht. Für manche ist das ein Dealbreaker. Für andere genau richtig – weniger Ablenkung, mehr Fokus.

Die Akku-Laufzeit ist beeindruckend. Drei Monate ohne Laden. Das Display schickt dir eine E-Mail, bevor der Akku leer ist. Kein böses Erwachen. Kein plötzlich schwarzer Bildschirm.

Community und Open Source

TRMNL setzt auf Open Source. Firmware, Server-Code, Plugins – alles auf GitHub. Die Community entwickelt aktiv neue Plugins. Du kannst eigene bauen. Die API ist dokumentiert. Der Discord ist aktiv. Support läuft direkt über die Entwickler, nicht über irgendwelche Ticket-Systeme.

Das macht TRMNL langfristig interessant. Selbst wenn die Firma morgen dichtmachen würde, könntest du das Gerät weiter nutzen. Self-Hosted Server, eigene Firmware, eigene Plugins. Du bist nicht abhängig.

Fazit: Solide Alternative zu Tablet-Dashboards

TRMNL ist eine durchdachte Lösung für ein spezifisches Problem: Informationen dauerhaft sichtbar machen, ohne Strom zu verschwenden. Die Home Assistant Integration funktioniert out-of-the-box. Die Akkulaufzeit ist konkurrenzlos. Der Preis ist fair.

Wer ein stromsparendes, gut lesbares Dashboard sucht, bekommt mit TRMNL eine solide Option. Wer basteln will, greift zum DIY-Kit und baut sich sein eigenes Device. Beides funktioniert.

 

Technische Details:

  • Display: 7,5 Zoll E-Ink (800×480 Pixel, 4 Graustufen)
  • Akku: 1.800 mAh (Standard) / 2.500 mAh (Upgrade)
  • Laufzeit: 3–6+ Monate (je nach Refresh-Rate)
  • Konnektivität: WLAN 2,4 GHz
  • Preis: ca. 130 € (Fertiggerät) / ~70 €(DIY-Kit)
  • Home Assistant Integration: Platinum Quality (ab 2026.4)
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