Aqara FP2 vs. FP300: Zwei Präsenzsensoren für Home Assistant im Vergleich
Aqara FP2 und FP300 sind beide mmWave-Präsenzsensoren – der eine kabelgebunden mit Zonen, der andere kabellos mit Matter. Wo die Unterschiede liegen.
Präsenzsensoren mit mmWave-Radar haben den klassischen Bewegungsmelder in vielen Smart Homes abgelöst. Sie erkennen Anwesenheit auch dann, wenn niemand sich bewegt. Aqara bietet aktuell zwei Modelle an, die in der Home-Assistant-Community besonders verbreitet sind: den älteren FP2* und den seit November 2025 erhältlichen FP300*. Beide nutzen 60-GHz-Radar, verfolgen aber unterschiedliche Konzepte. Der folgende Vergleich ordnet ein, für welches Szenario sich welches Modell eignet.
Zwei Konzepte, ein Grundprinzip
Der entscheidende Unterschied liegt in der Stromversorgung und der Anbindung. Der FP2 ist ein kabelgebundener Sensor, der dauerhaft über USB-C mit Strom versorgt werden muss. Er kommuniziert ausschließlich über 2,4-GHz-WLAN. Der FP300 dagegen arbeitet batteriebetrieben mit zwei austauschbaren CR2450-Knopfzellen und lässt sich per Thread oder Zigbee einbinden.
Diese Architektur prägt den gesamten Charakter der beiden Geräte. Der dauerhaft versorgte FP2 kann seine Radardaten in Echtzeit und in hoher Auflösung verarbeiten. Der FP300 muss mit seiner Energie haushalten, um die von Aqara angegebene Batterielaufzeit von bis zu drei Jahren im Zigbee-Modus oder bis zu zwei Jahren im Thread-Modus zu erreichen. Dafür entfällt die Suche nach einer Steckdose, und die Platzierung wird deutlich flexibler.
Beide Sensoren erkennen Anwesenheit zuverlässiger als ein reiner PIR-Melder. Der FP300 kombiniert dafür zusätzlich einen PIR-Sensor mit dem mmWave-Radar: Der stromsparende PIR registriert grobe Bewegung und weckt das Radar, das anschließend die feine Präsenzerkennung übernimmt. Der FP2 setzt allein auf Radar.
Was den FP2 auszeichnet: Zonen und Mehrpersonenerkennung
Der FP2 ist Aqaras Spezialist für die räumliche Auflösung. Mit einem einzigen Radarsensor überwacht er laut Hersteller einen Raum von bis zu 40 m². Diese Fläche lässt sich in bis zu 30 Zonen unterteilen – etwa Sofa, Bett oder Schreibtisch. Jede Zone kann eine eigene Automation auslösen. In der Praxis ersetzt ein FP2 damit mehrere einzelne Bewegungsmelder.
Hinzu kommt die Mehrpersonenerkennung. Der Sensor verfolgt bis zu fünf Personen gleichzeitig, wobei Aqara für das beste Ergebnis nicht mehr als drei empfiehlt. Bei Deckenmontage steht außerdem ein Sturzerkennungsmodus zur Verfügung. In diesem Modus entfallen allerdings die meisten anderen Funktionen, einschließlich der Zonenpositionierung.
Für Home Assistant ist relevant, dass der FP2 als mehrere getrennte Sensoren erscheint. Präsenz, Zonenstatus und Helligkeit landen als einzelne Entitäten im System und stehen damit unmittelbar für Automationen zur Verfügung. Die lokale Ausführung von Automationen funktioniert auch ohne Internetverbindung, sofern die beteiligten Geräte Aqara- oder Apple-Home-kompatibel sind.
Was den FP300 auszeichnet: Matter, Funkfreiheit und fünf Sensoren
Der FP300 setzt auf Vielseitigkeit statt auf räumliche Präzision. Er bündelt fünf Funktionen in einem Gehäuse: mmWave-Radar, PIR, Lichtsensor, Temperatur- und Feuchtigkeitssensor. Damit ersetzt er nicht nur einen Bewegungsmelder, sondern auch separate Klima- und Helligkeitssensoren. Sein Erfassungswinkel beträgt 120 Grad bei einer Reichweite von bis zu sechs Metern.
Der größte Vorteil für moderne Setups ist die Protokollwahl. Im Thread-Modus bindet sich der FP300 über einen Thread Border Router und einen Matter-Controller direkt in Home Assistant ein – ganz ohne Aqara-Hub. Wer dagegen den vollen Funktionsumfang nutzen will, betreibt ihn im Zigbee-Modus an einem Aqara-Hub. Nur dort lassen sich über die Aqara-Home-App etwa die Radar-Empfindlichkeit, die Abwesenheits-Verzögerung und die Abtastraten der einzelnen Sensoren fein justieren. Im Thread-Modus sind diese erweiterten Einstellungen teils eingeschränkt, einige davon stehen laut Aqara nur in der Aqara-Home-App und in Home Assistant zur Verfügung.
Ein praktischer Hinweis aus der Community: Auch die direkte Einbindung per Zigbee2MQTT funktioniert, und der FP300 liefert dort neben der Präsenz auch Temperatur- und Helligkeitswerte für Auswertungen und Automationen. Das spart zusätzliche Sensoren. Was dem FP300 fehlt, ist die Zonenpositionierung des FP2. Wer nur wissen will, ob ein Raum belegt ist, vermisst sie nicht. Wer einzelne Bereiche eines Raumes getrennt automatisieren möchte, kommt um den FP2 nicht herum.
Preis, Verfügbarkeit und der Blick auf den FP400
Beide Sensoren sind auf Amazon gelistet. Der FP300 startete mit einer UVP von 49,99 Euro und ist im Handel inzwischen ab rund 42 Euro zu finden. Der FP2 liegt bei etwa 70 Euro. Der Aufpreis für den FP2 bezahlt im Wesentlichen die Zonenfunktion und die kabelgebundene Echtzeitverarbeitung.
Wer eine Kaufentscheidung trifft, sollte den angekündigten Nachfolger im Hinterkopf behalten. Auf der CES 2026 stellte Aqara den FP400 Spatial Multi-Sensor vor, der bis zu zehn Personen gleichzeitig verfolgt, Körperhaltungen unterscheidet und eine Zonenauflösung von 0,5 Metern auf bis zu 10 × 8 Metern bietet. Anfang Mai 2026 tauchte er im europäischen Aqara-Store auf, ein regulärer Verkaufsstart mit verbindlichem Preis steht jedoch weiterhin aus. Für eine sofortige Kaufentscheidung spielt der FP400 daher noch keine Rolle.
Fazit: Die Wahl hängt am Einsatzzweck
Die Entscheidung zwischen FP2 und FP300 ist weniger eine Frage von besser oder schlechter als eine Frage des Einsatzzwecks. Der FP2 ist die richtige Wahl für komplexe Raumautomationen, bei denen einzelne Zonen, Mehrpersonenerkennung oder Sturzerkennung gefragt sind – vorausgesetzt, eine dauerhafte Stromversorgung ist vorhanden und die WLAN-Anbindung ist akzeptabel. Der FP300 ist die flexiblere und modernere Lösung für alle, die einen Raum kabellos überwachen, zusätzliche Klimadaten erfassen und über Matter oder Thread eine herstellerunabhängige Einbindung in Home Assistant erreichen wollen.
Für viele typische Anwendungsfälle – Licht bei Anwesenheit, Heizungssteuerung nach Belegung – genügt der FP300 vollkommen und punktet mit der freien Platzierung. Erst wenn die räumliche Auflösung innerhalb eines Raumes zählt, lohnt der Griff zum FP2.
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