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Home Assistant 2026.5 im Überblick: Das ist neu im Mai-Release

| Home Assistant | Frank Specht

Funk-Geräte nativ einbinden, Batterien zentral im Blick, smartere Automationen: Die Mai-Version setzt an mehreren Stellen wichtige Akzente.

Am 6. Mai 2026 hat das Home-Assistant-Team Version 2026.5 freigegeben. Im Mittelpunkt steht eine zweite große Erweiterung der Geräte-Reichweite: Nach der Infrarot-Plattform aus dem Vormonat zieht jetzt auch Funk auf 315, 433, 868 und 915 MHz nativ in das System ein. Daneben können serielle Geräte erstmals über das Netzwerk eingebunden werden, ein Wartungs-Dashboard erleichtert den Überblick über Batterie-Stände, und Automatisierungen rechnen mit Zeitspannen.

Funk wird offizielle Plattform

Rollläden, Garagentor-Antriebe, Deckenventilatoren, Funk-Steckdosen, einfache Funk-Türklingeln: Viele dieser Geräte sprechen weder WLAN noch Zigbee, sondern reine Funkfrequenz im Sub-GHz-Bereich. Bisher mussten Anwender mit Custom-Integrationen, ESPHome-Skripten oder Workarounds hantieren. Mit 2026.5 ist Funk eine offizielle Plattform – nach dem gleichen Muster, das Home Assistant bereits für Bluetooth-Proxies und seit April auch für Infrarot nutzt.

Die Plattform selbst legt der Anwender nicht direkt an. Sie wird von Sender-Integrationen bereitgestellt, die andere Integrationen dann zum Senden ihrer Befehle anzapfen. Zwei Sender-Optionen stehen ab Tag eins zur Verfügung: ein ESPHome-Gerät mit angeschlossenem Sub-GHz-Modul oder der Broadlink RM4 Pro. Wer selbst lötet, findet im ESPHome-Wiki eine Anleitung für ein CC1101-Modul am ESP32. Auf der Empfänger-Seite starten zwei Geräte-Integrationen: Honeywell String Lights für Funk-Lichterketten und Novy Cooker Hood, das Beleuchtung und Lüfter an Novy-Dunstabzügen schaltet. Begrenzung in der ersten Ausbaustufe: Es wird ausschließlich OOK-Modulation unterstützt.

RS-232 wandert ins LAN

Eine seit Jahren bekannte Hürde verschwindet: Geräte mit RS-232- oder anderem seriellen Anschluss mussten bisher physisch am Home-Assistant-Server hängen. AV-Receiver im Wohnzimmer, P1-Stromzähler im Keller, alles über lange Kabel oder gar nicht erreichbar. Mit der neuen serial_proxy-Komponente in ESPHome wird daraus eine Netzwerk-Funktion. Ein ESP32 vor Ort genügt – und das Gerät erscheint in Home Assistant, als wäre es lokal angeschlossen.

Möglich macht das ein Bibliothekswechsel im Unterbau: Home Assistant ist von pyserial auf das asynchrone serialx umgezogen. Der Wechsel ist für die meisten Anwender unsichtbar, eröffnet aber neue Integrationen. Die neue Denon-RS232-Anbindung nutzt den Weg sofort. Bestehende serielle Integrationen wie Russound RIO wurden auf die neue Bibliothek migriert. Die Geräte-Auswahl im Setup mischt jetzt lokale USB-Ports und ESPHome-Netzwerk-Proxies in einer einzigen Liste.

Dashboards bekommen Verstärkung

Maintenance-Dashboard und neue Activity-Sidebar

Die Familie der eingebauten Dashboards wächst weiter. Nach Home, Lights, Climate und Security bekommt 2026.5 ein Maintenance-Dashboard. Es findet automatisch jede Batterie-Entität im System, sortiert sie nach Bereichen und markiert kritische Werte deutlich. Die Übersicht entsteht ohne manuelles Karten-Bauen.

Das Security-Dashboard erhält in der gleichen Version eine Activity-Sidebar. Auf breiten Displays läuft rechts ein Aktivitäts-Stream der vergangenen 24 Stunden mit – Kameras, Türschlösser, Alarmanlagen, Tür- und Fensterkontakte sowie Anwesenheits-Events kommen dort zusammen.

Shortcut-Karte und mehr für Mediaplayer-Tiles

Selbstgebaute Dashboards können künftig Aktionen statt Entitäten als Kachel präsentieren. Die neue Shortcut-Karte sieht aus wie eine Tile-Karte, löst beim Tippen aber eine von vier Aktionsarten aus: Sprung in ein anderes Dashboard, Aufruf einer URL, Start des Sprachassistenten oder eine beliebige Home-Assistant-Aktion. Wahlweise lässt sich derselbe Shortcut als Badge platzieren.

Mediaplayer-Tiles werden vielseitiger. Ein neues Card-Feature blendet eine Quellenwahl als Dropdown ein, ein zweites die Sound-Modi des Geräts. Die Wiedergabe-Tasten sind nicht länger ein fester Block – Anwender wählen aus Ein/Aus, Play, Pause, Play/Pause, Stopp sowie Vor- und Zurück und ordnen sie nach eigenem Geschmack an. Ergänzend wurden alle Toggles in der Oberfläche neu gezeichnet und lassen sich jetzt vollständig über die Tastatur bedienen.

Automatisierungen begreifen Zeitdauern

Die zweckspezifischen Automatisierungs-Trigger und -Bedingungen, mit 2025.12 in den Home Assistant Labs gestartet, bekommen ein häufig nachgefragtes Feature: ein for-Feld. Ob „Bewegung seit 15 Minuten nicht mehr erkannt" oder „Tür länger als zwei Minuten offen" – solche Bedingungen lassen sich nun direkt formulieren, ohne Template-Helfer oder YAML-Tricks. Das Feld ist quer durch die Domänen verfügbar: Bewegung, Anwesenheit, Türen, Fenster, Lichter, Schalter, Klimageräte, Cover und mehr.

Hinzu kommen weitere neue Trigger-Typen. Update-Verfügbarkeit, Media-Player-Status inklusive Lautstärke und Mute, Remote-Zustände, To-do-Listen sowie der vollständige Timer-Lebenszyklus (gestartet, pausiert, neu gestartet, abgebrochen, beendet) lassen sich auswerten. Ein Time-Remaining-Trigger feuert, wenn ein Timer eine selbst festgelegte Restdauer erreicht – etwa für die „Noch fünf Minuten"-Warnung. Der Funktionsumfang bleibt im Labs-Bereich und muss unter Einstellungen → System → Labs aktiviert werden.

Neue Integrationen, neue Hürden

Zwölf Integrationen kommen frisch hinzu. Darunter Denon RS232, Duco (Lüftungssteuerung, Platinum-Stufe), EARN-E P1-Meter, Eurotronic Comet Blue, Fumis (Pelletöfen, Platinum), OMIE (iberische Strompreise), Teleinfo (französische Linky-Zähler) und Victron GX. Auf Sprachmodell-Seite ergänzt die Anthropic-Integration Claude Opus 4.7, OpenAI Conversation bringt GPT-5.5 sowie das Bildmodell gpt-image-2.

Die Liste der nicht-rückwärtskompatiblen Änderungen ist diesmal überschaubar, hat aber zwei Punkte zum Aufpassen. Erstens das Ring-Türklingel-Event: Es feuert ab sofort den standardisierten Typ ring statt wie bisher ding. Bestehende Automatisierungen müssen entsprechend angepasst werden. Zweitens wurden die zweckspezifischen Trigger und Bedingungen „kommt nach Hause" und „verlässt das Zuhause" für Person- und Device-Tracker-Entities wieder entfernt; ein domänenübergreifender Nachfolger ist für ein späteres Release angekündigt. Bis dahin helfen klassische Status-Trigger weiter. Außerdem wurde die pilight-Integration deaktiviert, weil ihre Bibliothek nicht mehr mit aktuellen setuptools-Versionen baut. Supervisor-Aktionen werfen jetzt regulär Fehler, statt sie nur zu loggen – Skripte ohne continue_on_error brechen entsprechend ab.

Was noch dazukommt

Die Templating-Dokumentation wurde von Grund auf neu geschrieben. 14 Lernseiten führen vom „Was ist ein Template?" bis zu eigenen Macros, zwei Tutorials bauen reale Beispiele wie eine tägliche Low-Battery-Notification, und eine durchsuchbare Funktionsreferenz ergänzt das Ganze. Parallel haben die Code-Editoren Autocomplete für Jinja2 und YAML bekommen, inklusive Vorschlägen für Entity-, Device-, Area-, Floor- und Label-IDs.

Mobile-App-Benachrichtigungen werden in 2026.5 zu Notification-Entities. Mehrere Geräte lassen sich damit über den Standard-Gruppen-Helper zu einer Sammel-Notification verbinden. Integrations-Detailseiten erhalten eine Suchleiste – nützlich bei großen Z-Wave-, Zigbee- oder ESPHome-Installationen. Shell-Commands lassen sich per Reload-Aktion frisch einlesen, ohne Home Assistant neu zu starten. Die More-Info-Dialoge für Saugroboter und Mähroboter wurden modernisiert; das neue „Clean by Area"-Feature ordnet die Räume des Roboters den Home-Assistant-Bereichen zu. Frequenz-Sensoren unterstützen die volle Spanne von Millihertz bis Gigahertz, Strom-Sensoren ergänzen Mikroampere.

Quellen:

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