Home Assistant 2026.7: Automationen ohne technische Hürden
Die Beta zu Home Assistant 2026.7 ist seit dem 24. Juni 2026 verfügbar. Das finale Release folgt am 1. Juli, begleitet von einem Live-Stream um 21:00 Uhr (CET).
Im Zentrum steht die größte Überarbeitung des Automationseditors seit Jahren. Daneben bringt das Release ein neu gebautes Aktivitätsprotokoll, eine aufgeräumte Update-Seite sowie eigene Bereiche für Infrarot- und Funk-Geräte.
Wichtig vorab: Die Release Notes sind zum Beta-Start noch nicht vollständig. Einzelne Funktionen können sich bis zum finalen Release ändern oder herausfallen. Wer eine produktive Installation betreibt, sollte mit dem Update bis zur stabilen Version warten.
Purpose-Specific Trigger werden Standard
Der wichtigste Punkt: Die sogenannten Purpose-Specific Trigger und Conditions verlassen den Labs-Modus. Seit Home Assistant 2025.12 ließen sie sich dort testen, ab 2026.7 sind sie der Standard für alle Nutzer.
Der Unterschied liegt im Ausgangspunkt. Bisher startete eine Automation bei den technischen Bausteinen von Home Assistant. Welche Entität, welcher Zustand, welcher Trigger-Typ. Die neuen Bausteine setzen am Ergebnis an. Statt einen Numeric-State-Trigger zu konfigurieren, wählt man „Temperatur-Schwellwert überschritten“ und legt fest, was passieren soll. Auch ein leerer Akku lässt sich direkt als Auslöser wählen, ohne zu wissen, ob das Gerät seinen Ladestand als Prozent-Sensor meldet.
Die Bausteine arbeiten zudem mit Zielen statt einzelner Geräte. Eine Automation reagiert auf Bewegung im Wohnzimmer, nicht auf einen bestimmten Bewegungssensor. Wird ein Sensor getauscht oder ergänzt, bleibt die Automation gültig. Ein weiterer Punkt geht leicht unter: Integrationen können eigene Trigger und Conditions mitliefern. Eine Waschmaschinen-Integration könnte einen „Wäsche fertig“-Trigger anbieten, ohne dass Nutzer den passenden Zustandswert kennen müssen.
Bestehende Automationen laufen unverändert weiter. Generische Trigger, Conditions, Templates und YAML funktionieren wie zuvor. Die neuen Bausteine sind der bessere Startpunkt für künftige Automationen, keine Migrationspflicht. Auch YAML-Nutzer profitieren: Die neuen Trigger und Conditions wurden so gestaltet, dass sie sich auch im Code natürlich lesen.
Aktivitätsprotokoll als Zeitleiste
Das Logbuch heißt künftig Aktivität und wurde von Grund auf neu gebaut. Aus der flachen Liste vollständiger Sätze wird eine vertikale Zeitleiste. Links steht die Uhrzeit, daneben ein farbiger Punkt mit dem Symbol der Entität, rechts der Text.
Die Einträge sind nach Tagen gruppiert, mit Überschriften wie Heute und Gestern. Der Punkt nimmt die Statusfarbe an, sodass sich ein- und ausgeschaltet auf einen Blick unterscheiden lassen. Die Zeitleiste zeigt nur den nötigen Kontext: Auf einer Geräteseite entfällt der Gerätename, auf einer Bereichsseite der Bereich. Auch die Ursache wird sichtbar. Bei einer manuellen Aktion erscheint der Avatar der Person, bei einer Automation der Auslöser, bei einer Integration deren Symbol.
Update all bündelt offene Aktualisierungen
Die Update-Seite wird neu strukturiert. Statt einer langen Liste sortiert Home Assistant offene Aktualisierungen jetzt in übersichtliche Karten. Home Assistant selbst steht oben, mit Core, Betriebssystem und Supervisor. Diese Komponenten bleiben bewusst separat und ohne Sammel-Button.
Integrationen mit mehreren ausstehenden Updates erhalten eine eigene Karte, ebenso die Apps (vormals Add-ons). Mehrere ESPHome-Geräte mit neuer Firmware lassen sich so gebündelt aktualisieren. Ein Klick auf „Update all“ in einer Karte erledigt alle Aktualisierungen dieser Gruppe auf einmal, ohne Bestätigungsdialog.
Eigene Bereiche für Infrarot, Funk und ZHA
Anfang des Jahres erhielt Home Assistant eigene Entity-Plattformen für Infrarot- und Funk-Geräte. Mit 2026.7 bekommen sie einen festen Platz. Zwei neue Bereiche im Einstellungsmenü listen die eingerichteten Proxys und Sender, jeweils einen für Infrarot und einen für Funk. So lassen sich IR-Blaster und RF-Bridges direkt einsehen. Die Bereiche erscheinen nur, wenn entsprechende Geräte vorhanden sind.
Auch die Zigbee-Verwaltung über ZHA wurde überarbeitet. Die Werkzeuge für Cluster, Bindings, Signatur und Nachbarn steckten bisher in einem engen Dialogfenster. Jetzt verteilen sie sich auf eine eigene, vollständige Geräteseite mit Tab-Navigation und einer Übersichtskarte. Funktional bleibt die Verwaltung gleich, wird aber deutlich übersichtlicher.
Neue Integrationen und Breaking Changes
Zehn neue Integrationen kommen hinzu, darunter Dropbox als Backup-Ziel, Chef iQ für Bluetooth-Grillthermometer und energieleser für lokale Verbrauchsdaten von stromleser, gasleser, wasserleser und wärmeleser. Bei den bestehenden Integrationen erhält Tesla Powerwall Unterstützung für die Powerwall 3, und Reolink-Nutzer mit Duo-PoE- oder Duo-WiFi-Kameras bekommen ein Sub-Gerät pro Linse. Eine neue Firmware-Update-Entität hält zudem die Firmware des Raspberry Pi direkt aus Home Assistant aktuell.
Bei den Breaking Changes ist vor allem ein Punkt relevant: Mehrere Schlüssel der neuen Purpose-Specific Trigger und Conditions wurden umbenannt, damit sie über alle Domains konsistent sind. Aus battery.low wird battery.became_low, aus vacuum.docked wird vacuum.returned_to_dock. Die alten Schlüssel funktionieren nicht mehr. Wer die Bausteine bereits in der Labs-Phase genutzt hat, muss betroffene Automationen einmal neu speichern oder die Schlüssel im YAML anpassen. Daneben entfernt das Release mehrere veraltete Integrationen, darunter MS Teams. Microsoft hatte die zugrundeliegenden Office-365-Connectors am 22. Mai 2026 eingestellt.
Quellenverzeichnis
- 2026.7 Beta: Automations that speak your language – Home Assistant (offizieller Release-Blog, Beta-Stand)
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