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Home Assistant 2026.8: Weniger Fachjargon, entflochtene Geräte, kein Port

Das August-Release räumt bei Bezeichnungen, Adressen und der Geräteverwaltung auf. Was sich ändert, was bestehen bleibt und worauf vor dem Update zu achten ist.

Home Assistant Logo

Home Assistant 2026.8 erscheint am 5. August 2026. Die Beta läuft seit dem 29. Juli, die Release Notes sind noch in Arbeit. Einzelne Funktionen können sich bis zum finalen Release ändern.

Das Release folgt einem klaren Leitgedanken: Home Assistant soll auch ohne technisches Vorwissen bedienbar sein. Das zeigt sich an drei Stellen besonders deutlich. Die Portnummer verschwindet aus der Adresse, die Geräteverwaltung wird im Hintergrund entflochten, und Bezeichnungen wie „Erweitert“ fliegen aus der Oberfläche.

Port 8123 entfällt bei neuen Installationen

Wer Home Assistant aufruft, hängt seit jeher :8123 an die Adresse. Diese Eigenheit fällt jetzt weg – allerdings nur für Neuinstallationen von Home Assistant OS. Dort ist die Oberfläche künftig ohne Portangabe erreichbar, so wie jede andere Webseite auch.

Bestehende Installationen bleiben unverändert. Sie behalten ihren bisherigen Port und funktionieren exakt wie zuvor. Ein Handlungsbedarf besteht nicht.

Neu ist dafür, dass sich der Port über die Oberfläche ändern lässt. Auf derselben Seite finden sich weitere Einstellungen zum Webserver, darunter die Auswahl der Netzwerkschnittstelle und die Konfiguration vertrauenswürdiger Proxys. Home Assistant sichert diesen Schritt ab: Nach dem Übernehmen der neuen Konfiguration wartet das System auf eine Bestätigung. Bleibt sie fünf Minuten aus, werden die vorherigen Einstellungen wiederhergestellt und Home Assistant startet neu. Lässt sich die neue Konfiguration gar nicht erst anwenden, greift der Rückfall sofort.

Wer den Webserver bisher über YAML konfiguriert hat, muss ebenfalls nichts tun. Beim ersten Start nach dem Update wandern die Einstellungen in die Oberfläche und werden dort weiter verwaltet. Ein Reparaturhinweis informiert über den Import und weist auf die nun überflüssigen YAML-Einträge hin.

Ein Punkt bleibt zu beachten: Wer den Port tatsächlich ändert, muss alles nachziehen, was Home Assistant über die alte Adresse erreicht. Das betrifft Lesezeichen, angebundene Dienste und die Companion App.

Geräte und Entity-IDs werden neu sortiert

Home Assistant ändert, wie Geräte intern verwaltet werden. Bisher fasste das System ein physisches Gerät, das über zwei Integrationen eingebunden war, zu einem einzigen Eintrag zusammen. Bei Feldern, die nur einen Wert aufnehmen können, führte das zu Konflikten – etwa bei Modellbezeichnung oder Seriennummer.

Ab 2026.8 behält jede Integration ihren eigenen Geräteeintrag. Beim Update trennt Home Assistant zusammengeführte Geräte automatisch auf und ordnet die Entitäten dem jeweils richtigen Eintrag zu. In den meisten Setups fällt das nicht auf. Wurde ein Gerät über mehrere Integrationen eingerichtet, taucht es künftig mehrfach auf, einmal pro Integration. Gegebenenfalls erscheint dazu ein Reparaturhinweis.

Automationen und Skripte laufen weiter, da Home Assistant Aktionen auch nach der Trennung an das richtige Ziel schickt. Einen zweiten Blick verdienen lediglich Automationen, die ein Gerät direkt über seine Device-ID ansprechen, sowie ungewöhnliche Konstellationen.

Das Ganze ist ausdrücklich als Vorarbeit deklariert. Eine flexiblere Geräteverwaltung soll in den kommenden Monaten darauf aufbauen. Entwickler eigener Integrationen finden die Details im Developer-Blog, der bisherige Ansatz funktioniert vorerst weiter.

Die Entity-ID ist der technische Name hinter jeder Entität, etwa light.kitchen_ceiling. Automationen, Skripte und Dashboards greifen darauf zu. Ein früherer Ansatz sah vor, Entity-IDs automatisch aus dem Bereich abzuleiten, dem ein Gerät zugeordnet ist. Laut Entwicklerteam passte dieses Konzept nach Rückmeldungen aus der Community nicht zu allen Setups.

2026.8 wählt den flexibleren Weg. Entity-IDs lassen sich manuell umbenennen, und auch ihre Reihenfolge ist steuerbar. Damit entscheidet jeder selbst, welchem Muster die eigenen Entitäten folgen.

Weniger Fachjargon in der Oberfläche

Begriffe wie „advanced“ und „expert“ waren an vielen Stellen in Home Assistant verstreut. Solche Labels schrecken ab und suggerieren, eine Funktion sei nicht für den jeweiligen Nutzer gedacht. Das Release entfernt diese Formulierungen an rund 43 Stellen in Anwendung, Dokumentation und Companion Apps. Die Funktionen selbst bleiben unverändert, nur die Beschreibung ändert sich: Sie benennt jetzt, was eine Funktion tut, statt vorab ein Kenntnisniveau zu unterstellen.

Konsequenterweise heißen die Entwicklerwerkzeuge künftig nur noch Werkzeuge. Der Bereich diente ohnehin allen Nutzern, ob zum Prüfen von Zuständen, zum Testen von Templates oder zum Neuladen einzelner Konfigurationsteile. Der Template-Editor darin bekommt zudem mehr Platz: Eingabe und Ergebnis liegen jetzt in einer verschiebbaren Splitansicht, wahlweise nebeneinander oder übereinander. Die Einstellung bleibt gespeichert.

Auch die Seite für Home Assistant Cloud wurde neu aufgebaut. Statt einer langen Liste von Schaltern gibt es jetzt eine Übersicht. Jede Funktion – Fernzugriff, Backups, Sprachassistenten, Companion App – bekommt darin einen eigenen Bereich mit separater Detailseite. Neueinsteiger führt ein geführtes Setup Schritt für Schritt durch die Einrichtung.

Neue Integrationen und Verbesserungen im Bestand

Dreizehn neue Integrationen listen die Beta-Notes. Gatus überwacht den Status selbst gehosteter Dienste, Karakeep bindet die gleichnamige Lesezeichen-Verwaltung ein. Dazu kommen Google Health für Fitness- und Gesundheitsdaten, Midea LAN für Klimageräte und Luftreiniger sowie NeoPool für Poolsteuerungen über Modbus TCP. Für lokale Sprachmodelle kommen LiteLLM und llama.cpp hinzu, beide als Konversationsagenten. Interessant für die Praxis ist außerdem LED Infrared: Die Integration steuert LED-Leuchtmittel und Streifencontroller über einen beliebigen bereits eingebundenen Infrarot-Sender. Die Kommunikation läuft einseitig, entsprechend arbeitet die Integration mit angenommenen Zuständen.

Bei den bestehenden Integrationen fallen mehrere Punkte auf. Shelly unterstützt jetzt Enhanced Security, den reinen HTTPS-Modus der Firmware 2.0 für Geräte ab Generation 2. Ergänzt wurde außerdem die Unterstützung für Leitungsschutzschalter von Shelly, inklusive Ein- und Ausschalten sowie Sensoren für Ausgangszustand und Sicherheitsschalter. Reolink erhält Entitäten für die Pre-Siren-Funktion und eine Geräteklasse für Bewegung bei den KI-Erkennungssensoren. Die Roborock-Integration baut den Funktionsumfang für den Q10 aus, mit Nicht-stören-Schalter, Kartenbild und Lautstärkeregelung. WiiM beherrscht jetzt Multiroom-Gruppierung und synchronisiert Metadaten. MQTT bekommt eine Infrarot-Plattform, über die sich IR-Befehle per MQTT senden lassen.

Zweckgebundene Auslöser und Bedingungen sind seit dem Vorgängerrelease Standard. Zwei weitere kommen jetzt hinzu. Vibration erhält Bedingungen passend zu den bestehenden Triggern, sodass sich der Vibrationszustand innerhalb einer größeren Automation abfragen lässt. Der Mond bekommt einen Trigger für den Phasenwechsel sowie zugehörige Bedingungen.

Im Energie-Dashboard lässt sich für jeden Speicher eine Kapazität hinterlegen. Der kombinierte Ladestand wird dann nach Größe gewichtet, statt einen irreführenden Mittelwert aus einem kleinen vollen und einem großen leeren Speicher zu bilden. Ohne hinterlegte Kapazität bleibt es beim einfachen Durchschnitt. Matter-Türklingeln erscheinen künftig als Ereignis-Entitäten und lassen sich direkt als Auslöser verwenden. Templates mit numerischem Ergebnis arbeiten bis zu 40 Prozent schneller, Templates auf Dashboards werden zwischengespeichert.

Breaking Changes: Akkustand bei Saugrobotern

Der wichtigste Bruch betrifft Saugroboter. Die veraltete Eigenschaft battery_level wurde aus den Staubsauger-Entitäten mehrerer Integrationen entfernt. Betroffen sind LG ThinQ, Neato, Romy, Shark IQ, SwitchBot Cloud, Template, TP-Link und Xiaomi Miio. Wer den Akkustand in Automationen, Skripten oder auf einem Dashboard nutzt, muss auf den separaten Akku-Sensor des Geräts umstellen. Die Roborock-Integration steht nicht auf der Liste.

Daneben ändert Gardena Bluetooth den Sensor activation_reason auf einen festen Wertesatz statt freier Textwerte. Der Energie-Sensor von Ohme entfällt ersatzlos, als Alternative empfiehlt das Projekt einen Riemann-Summen-Helfer auf Basis eines Leistungssensors. Paperless-ngx verlangt künftig mindestens Serverversion 2.19. Bei ScreenLogic fällt die einstellbare Abfrageintervall-Option weg. UniFi Protect verliert die Unterstützung für AI-Port-Geräte.

Entfernt wurden außerdem zwei Integrationen: Permobil, weil die zugrundeliegende Schnittstelle abgekündigt wurde, sowie Volvo On Call, das durch die neuere Volvo-Integration ersetzt wird.

Quellenverzeichnis

Zur News-Übersicht

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